Hersteller-Details: Airbus Industries

Im Vorfeld der Gründung von Airbus wurde 1965 auf deutscher Seite die "Arbeitsgemeinschaft Airbus" für Konzeptstudien von den Firmen ATG Siebelwerke, Bölkow GmbH, Dornier-Werke, Flugzeug-Union Süd, Hamburger Flugzeugbau (HFB), Messerschmitt AG und Vereinigte Flugtechnische Werke (VFW) gegründet. Zu jener Zeit fusionierten Messerschmitt, Bölkow und die HFB zu MBB. Fokker fusionierte mit VFW zu Fokker-VFW. Die nicht fusionswilligen Firmen schieden aus dem deutschen Konsortium der späteren Airbus aus.

Am 18. Dezember 1970 wurde die "Airbus Industrie" in der Gesellschaftsform einer "Groupement d'intérêts économiques" (GIE = wirtschaftliche Interessengemeinschaft) von den Gründungsmitgliedern der staatlichen französischen "Aérospatiale" (durch Fusion der staatlichen Nord Aviation und Sud Aviation entstanden) und durch die "Deutsche Airbus" - selbst ein deutsches Konsortium aus MBB (60%), Dornier (20%) und Fokker-Vereinigte Flugtechnische Werke (Fokker-VFW) (20%) gegründet. Die spanische CASA trat Airbus 1971 bei, die British Aerospace 1979. British Aerospace beziehungsweise ihre Vorgängerfirma Hawker Siddeley Aviation arbeitete jedoch bereits von Anfang an als Unterauftragnehmer und Flügelproduzent auf eigenes Risiko und ohne offizielle Beteiligung der britischen Regierung an Airbus mit.

Die deutschen Gründungsmitglieder wurden im Laufe der Zeit von Daimler-Benz aufgekauft und in der DASA fusioniert. Bis zum Jahr 2000 hielten Aérospatiale und die DASA je 37,9% an Airbus, British Aerospace 20% und CASA 4,2%.

Die eher lose Allianz der Konsortiumsfirmen änderte sich 2000, als sich - mit Ausnahme von British Aerospace - alle Teilnehmer zur European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) mit Sitz in den Niederlanden zusammenschlossen. Airbus selbst wurde 2001 wiederum in eine eigenständige Gesellschaft französischen Rechts umgewandelt, die Airbus S.A.S. mit Firmensitz in Toulouse-Blagnac. Diese Gesellschaft gehörte zu 80% der EADS und zu 20% der BAE Systems und trug deshalb den Zusatztitel an EADS joint venture with BAE Systems.

Im Jahr 2001 konnte Airbus erstmals mehr Flugzeugbestellungen aufnehmen als sein Hauptkonkurrent Boeing und wurde damit zum Weltmarktführer der Branche. In dieser Position verblieb das europäische Unternehmen auch in den darauffolgenden Jahren. Am 9. September 2005 konnte Airbus das 4.000. Flugzeug ausliefern, eine A330-300 für die Deutsche Lufthansa. Ende 2005 wurde angekündigt, bereits ab 2008 auch Flugzeuge außerhalb von Europa herzustellen. Dazu werden bis dahin sieben Milliarden Euro in Tianjin (China) investiert, um ein Werk zu errichten, in dem monatlich anfangs vier A320 gebaut werden sollen.

Nachdem im Jahr 1996 der schwache Dollarkurs zu erheblichen Umsatzeinbrüchen bei Airbus führte, wurde das Sanierungsprogramm "Dolores" (Dollar Low Rescue) beschlossen, in dessen Verlauf eine erhebliche Zahl von Arbeitsplätzen insbesondere in Deutschland abgebaut wurden. Wenngleich Airbus in den folgenden Jahren mit dem Verlust dieser Wissensträger in den neuen Entwicklungsprogrammen zu kämpfen hatte, wurde ein ähnliches Einsparprogram zehn Jahre später erneut gestartet.

Im Jahr 2006 entwickelte sich aus einem scheinbar eher kleinen Anfangsproblem eine konzernweite Krise. A380-Sektionen verließen das Hamburger Werk mit zu kurzen Kabeln, was zunächst zu einer Lieferverzögerung führte. Der Fehler eskalierte jedoch zu einem handfesten Streit, Toulouse warf Hamburg fehlerhafte Produktion vor, Hamburg warf Toulouse vor, fehlerhafte Vorgaben gemacht zu haben. Der Konflikt gewann an Dramatik, da die inzwischen mehrfach verschobene Auslieferung des A380 Umsatz- und Gewinneinbußen nach sich zog und der Aktienkurs des Mutterkonzerns einbrach. Im Jahr 2006 gingen außerdem bei Boeing knapp ein Viertel mehr Bestellungen ein und Airbus verlor die Marktführerschaft.

Die Airbus-Führung verkündete zunächst geplante Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe. Im Herbst 2006 stand nicht nur die gesamte A380-Fertigungskette auf dem Prüfstand, auch dem Management wird mittlerweile vorgeworfen, schon seit Jahren zum A380 nur Erfolgsmeldungen gewollt und Warnungen ignoriert zu haben. Der Erfolgszwang ließ sich über die Jahre auch an steigenden Mitarbeiterzahlen erkennen, im September 2006 wurde jedoch vom kurzzeitig amtierenden Airbus-Chef Christian Streiff ein kompletter Einstellungstopp verhängt, da Airbus die eigene Lage nicht mehr überblickte. Der Branchenfremde Christian Streiff entwickelte daraufhin den ersten Vorschlag für das Sanierungsprogramm Power 8, scheiterte jedoch schließlich an den verkrusteten Strukturen bei Airbus und dem Führungsanspruch der EADS-CEOs nach dem Kauf des Airbusanteiles von BAE Systems. Eine Konsequenz dessen ist das vermehrte Abwandern verärgerter Kunden zu Boeing. So stornierte der Logistikkonzern FedEx beispielsweise eine Bestellung über 10 Airbus A380 und orderte statt dessen 15 Boeing 777.

2006 verkaufte BAE Systems seinen Airbus-Anteil an EADS, um sein Rüstungsgeschäft in den USA verstärken zu können. Am 6. September 2006 übernahm EADS die Anteile für 2,75 Milliarden Euro. Der Zusatztitel wurde daraufhin in Airbus an EADS Company geändert.

Im Januar 2007 kündigte das Airbus-Management unter Führung von Louis Gallois die Verwirklichung des nun modifizierten Einsparungsprogrammes "Power 8" an, das die Mindereinnahmen aus den verschobenen A380-Auslieferungen kompensieren sowie die Finanzierung des A350-Programms sicherstellen soll. Neben Werksverkäufen sollen auch Arbeitsplätze wegfallen. Nachdem bekannt wurde, dass zwischen 8.000 und 15.000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen, gab es vor den deutschen Werken am 2. Februar 2007 erste gewerkschaftlich organisierte Protestkundgebungen, an denen neben mehreren tausend Werkern auch Politiker teilnahmen. Hintergrund war die Befürchtung, dass der geplante Arbeitsplatzabbau einseitig zu Lasten der deutschen Standorte ginge. Eine für den 20. Februar angekündigte Erklärung zu den konkreten Plänen des "Power 8" wurde am 19. Februar von Louis Gallois unbefristet verschoben. Hintergrund hier war die politische Einmischung in den deutsch-französischen Unternehmenskonflikt.

Ende Februar 2007 genehmigte der Verwaltungsrat den Sanierungsplan "Power 8": Demnach wird mit Abbau von bis zu einem Fünftel der 55.000 Arbeitsplätze und der Verkauf von Werken in Nordenham, Varel und Laupheim beschlossen. Im Werk Hamburg-Finkenwerder sollen über 1.000 Arbeitsplätze wegfallen. Nach Bekanntwerden der Pläne legten die Beschäftigten des Werkes im nordfranzösischen Méaulte spontan ihre Arbeit nieder.

Quelle: http://de.wikipedia.org

Hersteller-Webseite: http://www.airbus.com